Im Dezember 2025 wurde Matthias Walch von der Frankfurter Allgemeine Zeitung zu Seltenen Erden und Magnetrecycling interviewt. Großes Thema große Schlagworte: China, Exportbeschränkungen, kritische Rohstoffe. Aber am Ende ist die Frage einfach:
Kommen unsere Betriebe in ein paar Jahren noch zuverlässig an Rohstoffe, die sie für Windräder, E-Autos oder Medizintechnik brauchen?
„Seltene Erden“ heißen nicht umsonst so. Selten sind sie vor allem hier in Deutschland. Wir sind auf Importe angewiesen, ein großer Teil kommt nun mal aus China. Werden dort Exporte gedrosselt oder Regeln geändert, stehen hier schnell die Bänder still.

Als familiengeführter Entsorgungsfachbetrieb sehen wir die Rohstoffe jeden Tag: in Windkraftanlagen-Generatoren, in Antrieben, Industriepumpen, Festplatten, Lautsprechern. Überall stecken starke Magnete, in denen jene Elemente stecken, über die jetzt diskutiert wird.
Dabei ist das Thema nicht neu: Nach dem ersten Preisschock 2011 haben sich die Preise beruhigt und man ist wieder in den alten Modus zurück: Just-in-Time, wenig Lager, Hauptsache der Einkaufspreis sieht gut aus. Das ist kurzfristig verständlich, aber langfristig gefährlich.
Wir haben damals angefangen, uns intensiver mit Magnetrecycling zu beschäftigen. Also nicht bloß mit großen Teilen aus Windrädern, sondern auch mit kleineren Magneten aus Aggregaten und Geräten. Matthias Walch hat vor ein paar Jahren auf einer Fachveranstaltung erzählt, dass wir auch Magnete in Euromünzen-Größe aus Lautsprechern herausholen würden. Darüber haben promovierte Fachleute im Saal gelacht. Zu kleinteilig, unwirtschaftlich, wozu der Aufwand. Heute wird wieder darüber gesprochen, wie möglichst jede Quelle erschlossen werden kann.
Dabei ist Recycling kein Selbstläufer. Viele Produkte sind nie mit dem Gedanken gebaut worden, dass man sie wieder auseinandernehmen soll. Magnete sitzen irgendwo tief im Gerät. Ohne Kennzeichnung, ohne Hinweis, welcher Werkstoff wo steckt. Das macht die Zerlegung mühsam und teuer.
Wenn man dann sagt: „Gut, wir entwickeln eine Lösung und investieren in Technik und Hallen, um diese Magnete aufzubereiten“, dann hängt man als Mittelständler schnell in zähen Genehmigungsverfahren. Während politisch über Rohstoffsicherheit gesprochen wird, warten Unternehmen wie wir auf Bescheide für Hallen und Öfen, mit denen man genau an dieser Sicherheit mitarbeiten könnte. Das ist ausdrücklich kein Schimpfen auf Behörden. Die Leute versuchen dort ihr Bestes, aber die Vorgaben und Auflagen, bis hin zur EU-Ebene, lassen ihnen oft wenig Spielraum.
Wir halten aber auch nichts davon, so zu tun, als würde Recycling den Import komplett ersetzen. Wird nicht passieren. Aber ohne starke Recyclingstrukturen bleibt jede Diskussion über Rohstoffsouveränität eine nette Idee.
Schön, dass wir uns in der FAZ über Seltene Erden äußern konnten. Doch jetzt wäre es gut, wenn die gewählten Entscheidungsträger die richtigen Weichen stellen, bevor uns der nächste Engpass wieder „überrascht“.